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Gesetzliche Grundlage für meine Arbeit ist das Kinder- und Jugendhilfegesetz. Meine Tätigkeit als Tagespflegeperson, liebevoll Tagesmutti genannt, basiert auf dem sächsischen Bildungsplan , der einen verbindlichen Rahmen für die pädagogische Praxis darstellt sowie folgende Rechte der Kinder:
• das Recht, Kind sein zu dürfen
• das Recht auf eine Tagesmutti
• das Recht auf Bildung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit
• das Recht, so akzeptiert zu werden, wie sie sind
• das Recht auf eine eigene Meinung (auch NEIN sagen zu dürfen)
• das Recht auf ein eigenes Entwicklungstempo
• das Recht, seinen Bewegungsdrang auszuleben
• das Recht auf Mitbestimmung
• das Recht, Fehler machen zu dürfen
• das Recht, sich seine Spielpartner auszuwählen
• das Recht, sich zurückzuziehen
• das Recht auf Spiel und sich dabei schmutzig machen zu dürfen
Somatische Bildung
Wohlbefinden beginnt mit der Gestaltung eines körperbezogenen Alltags Körperpflege, Hygiene, genügend Schlaf, Ernährung und Gesundheit damit das Kind seinem Bewegungsdrang nachkommen kann.
Eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung hat für mich einen großen Stellenwert. Ich arbeite mit der Zentralkinderküche LaOla“, die die Speisepläne in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. erstellt. Sehr beliebt ist unser Obstfrühstück mit gesundem Obst und Gemüse,welches ich täglich anbiete.
Bei Kleinkindern/Krabblern steht das Umwenden von der Rücken- in die Bauchlage und umgekehrt, dass Aufrichten und Krabbeln, dass Ermöglichen des Hochziehens an Einrichtungsgegenständen im Vordergrund. Um die Angst vom Laufen lernen zu verlieren, helfen den Kindern beispielsweise Scheibefahrzeuge. Die Bewegungsfreiheit beim Spiel lässt jhrer Phantasie freien Lauf damit sie sich austesten können. Das Große Holzlabyrinth nach Emmi Pikler bietet viele Möglichkeiten Bewegungsabläufe zu erlernen und zu koordinieren (Tunnel Kriechen; Treppen Balancieren, Wechselschritt lernen, Quader Raufklettern, Runterhopsen).
Die Kinder bewegen sich am liebsten an der frischen Luft und das tun sie im Spatzennest und in der Umgebung täglich (auch in der Winterzeit). Einmal pro Woche treffen wir uns mit drei weiteren Tagesmüttern in der Turnhalle. Dabei stehen den Kindern ausreichend Sportgeräte und- Mittel zur Verfügung. Dadurch werden Interesse zum Probieren sowie Möglichkeiten gegeben sich Fertigkeiten anzueignen und diese stetig zu verbessern.
Soziale Bildung
Bei der Entwicklung der menschlichen Persönlichkeit hat Vertrauen zu sich selbst und zu anderen zentralen Einfluss. Im Umgang mit mir, mit den anderen Kindern und Geschwistern und Eltern, erleben Kinder Vertrauen, Mitgefühl, Geduld, Ehrlichkeit und vieles mehr. Deswegen ist es sehr wichtig die Kinder mit all ihren Sorgen und Anliegen ernst zu nehmen und vor allem aus der Sicht des Kindes, ihre Signale wahrzunehmen und darauf zu reagieren und ihre Bedürfnisse liebevoll, zuverlässig und situationsgerecht zu befriedigen.
Soziales Lernen bedeutet für mich soziale Beziehungen zwischen Tagesmutti und Kind, zwischen Kindern und Kindern aufbauen und dabei deren soziale Kompetenzen ausprägen; Verhaltensregeln lernen z.B. Rücksicht nehmen; miteinander tauschen und teilen lernen; Hilfe annehmen und anbieten (beim An- und Ausziehen, bei Basteln); zur Lösung von Konfliktsituationen beitragen (z.B. Streit um Spielzeug, Mitspieler, Spielregeln); über das Zusammenleben der Menschen sprechen (in der Familie, im Spatzennest); Ehrlichkeit und Anerkennung im täglichen Zusammensein.
Kommunikative Bildung
Bei allen Aktivitäten und in alle den Tagesablauf betreffende Situationen, ist die Kommunikation eingebettet.
Bereits die Kleinsten reagieren mit ihrer Sprache, wenn sie angeschaut werden, wenn man mit ihnen spricht, singt, Spielzeug zureicht und geben uns zu verstehen, ob sie sich freuen oder ärgern. Die größeren Kinder verstehen den Sinn der Worte mit denen man ihnen Bewegungsspiele durchführt, wenn man gemeinsam singt oder ein Buch ansieht, Geschichten nacherzählt, mit den Kindern malt oder bastelt und vieles mehr. Beim Spielen suchen sich die Kinder aus, was und womit und vielleicht mit wem sie spielen wollen und ahmen Handlungsabläufe nach, die sie vom Alltag bei mir oder von zu Hause kennen. Im Alltag miteinander drücken Kinder Wünsche, Bedürfnisse, Gefühle aus, die man beschreiben lernt z.B Freude, Traurigkeit, Wut. Dabei achte ich sehr auf meine eigene Aussprache als Vorbild für die Kinder und spreche stets deutlich, langsam und in ganzen Sätzen mit den Kindern.
Sprache ermöglicht den Dialog mit der Welt, hat einen sehr großen Einfluss auf die Persönlichkeitsbildung und fördert das Selbstbewusstsein der Kinder, die zurückhaltend, ängstlich oder schüchtern sind.
Die Sprachförderung ist ein pädagogisches Grundprinzip, das sich in allen Bereichen der Arbeit mit Kindern und Eltern widerspiegelt. Hier ist also die Zusammenarbeit mit den Eltern enorm wichtig.
Naturwissenschaftliche Bildung
Hierbei möchte ich den natürlichen Erkundungsdrang der Kinder unterstützen. Im Krippenalter sind die Interessen der Kinder in der Auseinandersetzung mit Natur, Kultur, Technik, Physik und Chemie hauptsächlich auf scheinbar kleine Dinge gerichtet und ihre Fragen sind unerschöpflich.
- Entdecken und Erleben unserer Welt;einfache Lebensvorgänge bei Tieren und Pflanzen beobachten
- Wetter beobachten, Geräusche in der Natur und Umgebung
- Merkmale, Eigenschaften von Wasser, Erde, Sand, Papier, Metall, Holz und Plaste entdecken
- Beobachtung und Achtung der Emotionen der Kinder
- Neue Erfahrungen ermöglichen, ermuntern zum Denken und Problemlösen
- Kinder ihre eigenen Erklärungen finden lassen
Mathematische Bildung
Für die Entwicklung des mathematischen Denkens ist es wichtig, dass die Kinder vor allem lernen, ihr eigenes Denken wahrzunehmen. “Erst verstehen, dann verstanden werden!“
Mathematik ist mit natürlichen Erfahrungen kombinierbar: Erleben und begreifen von Formen und der Vorstellung von Verhältnissen (oben - unten, groß klein, viel wenig, schwer leicht). Im Krippenalter geht es darum den Weg für ein mathematisches Verständnis zu ebnen. Das geschieht z.B. durch Bereitstellen von Naturmaterialien, wie Kastanien, Eicheln, Tannenzapfen, oder Knöpfe und Stäbchen in verschiedenen Größen, die man zählen, vergleichen und ordnen kann.
Ästhetische Bildung
Hierbei geht es darum das Empfindungsvermögen der Kinder zu entfalten, zu schulen, d.h. mit allen Sinnen entdecken (fühlen, sehen, riechen, hören, schmecken).
Die Kinder erschaffen ihre Welt neu, es gibt nicht nur eine Wirklichkeit. Ausgehend von einer kindergerechten, ansprechenden, räumlichen Ausgestaltung und dem Vorhandensein vielfältiger Materialien für bildnerisches Gestalten, Musik, Tanz, Bewegung, Rollenspiele bieten den Kindern verschiedenste Möglichkeiten kreativ zu sein.
Einmal wöchentlich besuchen wir die Musikschule Frieda und Friedrich in Freital. Das Hören von Musik eng vernetzt mit Bewegung, der Umgang mit Musikinstrumenten ist bei den Kindern sehr beliebt.
Ebenso wertvolle Erfahrungen haben die Kinder beim Besuch von Puppentheatervorstellungen in der Parksäle in Dippoldiswalde mitgenommen. Ein ganz besonderes Erlebnis ist aber der Besuch der Vorstellungen eines Theaters für die aller Kleinsten.
Eingewöhnung
Der Übergang von der Familie zur Tagesmutti stellt für jedes Kind eine Herausforderung dar. Daher lege ich sehr viel Wert auf eine kindbezogene Eingewöhnung. Mein Anliegen und gleichzeitig mein Ziel sind dabei dem Kind Trennungsängste und Unsicherheiten zu nehmen. Es soll sich wohl fühlen, mich als Tagesbezugsperson akzeptieren und langsam Vertrauen zu mir aufbauen.
Die Eingewöhnungszeit dauert zwei zusammenhängende Wochen und wird mit den Eltern besprochen. Wenn ein Kind besonders schwer hat, bekommt dieses Kind natürlich all die Zeit, die es benötigt.
Anfangs bleibt das Kind, begleitet von einer vertrauten Person, nur stundenweise in der Spielzeit bei mir und den anderen Kindern. Allmählich wird die Zeit des Verweilens gesteigert und es kommt eine Mahlzeit dazu. Die Eltern verlassen ab und zu für kleine Weile das Spielzimmer bis sie ganz wegbleiben und das Kind allein in der neuen Umgebung bleibt. In den letzten 3-4 Tage erlebt das Kind einen ganzen Vormittag und Mittagsschlaf mit.
Mit dieser Art Eingewöhnung habe ich gute Erfahrungen gemacht. Allerding sollte man bedenken, dass der Eingewöhnungsprozess be jedem Kind individuell verläuft und jedes Kind seine eigene Zeit benötigt.
Grenzen und Regeln in der Kinderpflegestätte
Kinder brauchen Grenzen und Regeln, denn sie gehören zur Realität und geben Halt und Orientierung. Ich denke, dass wir Kinder als gleichwertige Mitmenschen zu akzeptieren haben und daher verpflichtet sind Ihnen diese Werte und Normen mit auf den Weg zu geben. Hier ein paar Grenzen und Regeln, die ich aufgestellt habe:
- Sicherheitsregeln (nicht ohne Aufsicht mit der Schere arbeiten)
- Spielregeln (z.B. Spielzeug tauschen, teilen)
- Tischregeln beim Essen (Tischspruch, Aufstehen nach Aufforderung)
- Streitregeln
- Spielzeug wieder aufräumen
- im Garten nichts unbekanntes pflücken und essen
- Hände waschen vor dem Essen und immer nach dem Spielen
- wer auf Toilette muss, soll Bescheid geben (erst auf Toilette, dann spielen!)
Es ist es wichtig, dass sich die Eltern des Kindes und die Kinderpflegeperson über die herrschenden Regeln und Grenzen einig sind. Durch das Beobachten des Kindes finde ich heraus, wie ich diesbezüglich mit ihm umgehen muss. Dabei ist zu beachten, dass sich natürlich die aufgestellten Regeln und Grenzen mit der Entwicklung der Kinder verändern und angepasst werden müssen.
Zusammenarbeit mit Eltern und Familie:
Elternarbeit ist für meine pädagogische Arbeit unentbehrlich, wobei man nicht vergessen darf, dass ich ergänzend zur Erziehung tätig bin.
Einzelgespräche:
Jedes Elternteil hat ein Anrecht auf ein Elterngespräch bei Bedarf.
Elterngespräche werden nach Absprache geführt. Die so genannten Tür- und Angel“ -Gespräche ergeben sich meistens spontan.
Hospitation:
Die Eltern haben die Möglichkeit, meine Arbeit vor Ort“ durch eine Hospitation kennen zu lernen, damit für sie meine pädagogische Arbeit verständlicher werden.
Besondere Anlässe:
Die Eltern werden zu besonderen Anlässen eingeladen ihre Kinder zu begleiten und sich mit an ihnen zu erfreuen. Ich organisiere schon weit im voraus einen Ausflug, wo sich die Eltern rechtzeitig anmelden können (z.B. Weihnachtsfeier, Kindertag, Fasching usw.).
Zusammenarbeit mit anderen Institutionen:
Es besteht außerdem eine generelle Zusammenarbeit mit dem Jugendamt Weißeritzkreis und der Stadtverwaltung in Dippoldiswalde.
Die Stammtischtreffen der Tagespflegepersonen in Dippoldiswalde und Umgebung finden einmal im Quartal im Gasthof Ruppendorf statt. Durch den regelmäßigen Austausch ist die gute Qualität in der täglichen Arbeit mit den Kindern gewährleistet. Es werden verschiedene Themen besprochen, Informationen ausgetauscht.
Ein paar Wochen bevor ein Kind in den Kindergarten wechselt, besuche ich mit den Kindern den Kindergarten in Dippoldiswalde, Glashütter Strasse, wo mich die Erzieherinnen sehr unterstützen und eine gemeinsame Zusammenarbeit zum Wohle des Kindes sehr gut funktioniert.
Öffentlichkeitsarbeit bedeutet für mich, dass ich meine Arbeit nach außen hin sichtbar mache. Das ergibt sich z. B. durch
• ein Sommerfest (organisiert von fünf Tagesmüttern: Frau Heber, Frau Flechsig, Frau Röntsch und Frau Vogel)
• Home Page: www. Tagesmutter-spatzennest.de
• Mund zu Mund Propaganda
• eigene Werbung (bedruckte Jacke und T-Shirt mit der Aufschrift: Tagesmutti in Aktion“)
Eigene Fortbildung:
Um die Qualität meiner Tätigkeit als Tagespflegeperson zu sichern und stets zu verbessern nehme ich an verschiedenen Weiterbildungmaßnahmen von unterschiedlichen Anbitern teil.
- jährlich Belehrung nach § 43 Abs. 4 Infektionsschutzgesetz
- alle zwei Jahre Erste Hilfe am Kind“
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